Das Lied der Lerche

von Thomas Stiegler

Jules Adolphe Breton, ein französischer Künstler des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine Darstellungen des ländlichen Lebens in der Region Pas-de-Calais. Eines seiner berühmtesten Werke, »Das Lied der Lerche«, gibt uns ein Gefühl für die innige Beziehung der dort lebenden Menschen zur Natur und die zeitlose Schönheit des einfachen Lebens.

Das Gemälde zeigt eine junge Bäuerin auf dem Feld (sie hält eine Sichel in der Hand – ein Hinweis auf ihre harte Arbeit), die gerade innehält, um dem Gesang einer Lerche zu lauschen. Ihr Kopf ist leicht nach oben gerichtet, die Haltung entspannt und auf ihrem Gesicht meint man fast, einen Ausdruck von Überraschung und Entzücken zu erkennen. Breton hat in dieser Szene einen Moment des Friedens und der Kontemplation eingefangen, der sich mitten in einem ansonsten arbeitsreichen Tag auf dem Feld einstellen kann. Es ist ein Moment des »Eins-Seins«, in dem Mensch und Natur für einen kurzen Augenblick zu verschmelzen scheinen.

Breton scheint bei der Verwendung der Farbpalette sehr zurückhaltend vorgegangen zu sein und es dominieren sanfte Erdtöne wie Braun und Grün. Der goldene Schein des Sonnenuntergangs jedoch durchflutet das Bild und taucht selbst die junge Frau in ein warmes, sanftes Licht, was das Gemälde in seiner Qualität weit über das anscheinend harmlose Thema hinaushebt.

Das Lied der Lerche, 1884, Jules Adolphe Breton; CC0 Art Institute Chicago

»Das Lied der Lerche« ist in meinen Augen nicht nur die Darstellung eines bestimmten Moments, sondern eine Hommage an ein Leben im Einklang mit der Natur. Vor allem aber erinnert es auch uns daran, dass es gerade in der Komplexität der heutigen Welt die einfachen Momente in Verbindung mit der Natur und mit uns selbst sind, die unserer Existenz ihren unschätzbaren Wert verleihen.

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