Der Wiener Stadtpark

 

von Katharina Mölk

Am 21. August vor 158 Jahren: Der Wiener Stadtpark wird als erste öffentliche Parkanlage Wiens eröffnet.

Damit keine Verwirrung aufkommt: der Volksgarten gilt als erster Park Wiens, aber erst der Stadtpark wurde auch für die Öffentlichkeit geplant und gestaltet.  Noch vor dem Stadtpark wurde der Kaiser-Franz-Josefs-Park (1860) eröffnet, doch dieser existiert in seiner ursprünglichen Form nicht mehr.

Nun zum Stadtpark:

Der Stadtpark entstand auf dem ehemaligen Wasserglacis vor der Stadtmauer. Nachdem der Entschluss gefallen war, die Mauer abzureißen, forderte der Wiener Bürgermeister Andreas Zelinka die Planung eines öffentlichen Parks. Im September 1860 übergab der Stadterweiterungsfonds der Stadt Wien kostenlos eine Fläche von 94.000 m² zur Anlage des Stadtparks; 1861 kamen 51.000 m² am rechten Ufer des Wienflusses dazu. Für die Gestaltung des Parks am linken Ufer betrug der Kostenvoranschlag 115.000 Gulden; tatsächlich wurden es dann 1862 180.000 Gulden (ca. 1,6 Mio. Euro).

Der Park wurde im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt – geplant von Joseph Sellény und ausgeführt vom Stadtgartendirektor Rudolf Siebeck.

Am 21. August 1862 wurde ein erster Teil des Stadtparks eröffnet. Innerhalb der nächsten 5 Jahre wurde auch ein Kinderpark gestaltet und der Teich im Winter zu einem Eislaufplatz umfunktioniert. Für die Berufstätigen, die nur abends zum Eislaufen kommen konnten, wurde elektrisches Licht installiert.

Bis 1956 gab es im Stadtpark (und auch in anderen Parkanlagen Wiens) keine Sitzbänke, sondern Sessel, die man gegen Gebühr von den Sesselweibern mieten konnte.

Zu den Sehenswürdigkeiten des Stadtparks zählen die vielen Gedenkstatuen, allen voran der goldene Johann Strauß (geschaffen von Edmund Hellmer): eines der meist fotografierten Denkmäler von Wien. Es finden sich außerdem die Statuen von den Musikern Franz Schubert, Franz Lehár, Anton Bruckner und Robert Stolz, den Malern Hans Makart, Friedrich von Amerling und Emil Jakob Schindler, sowie des Wiener Bürgermeisters Andreas Zelinka. Auch ein Donauweibchen-Brunnen ist im Park zu entdecken.

Außerdem ist er Stadtpark durch den Wienfluss getrennt, der ja in der Stadt weitgehend überbaut ist. Hier kann man nicht nur den Fluss, sondern auch das prächtige Flussportal, das nach den Plänen von Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer in den Jahren 1903-1907 erbaut worden war. Ebenfalls nach en Plänen dieser beiden entstand die Meierei (eine Milchtrinkhalle); nach dem zweiten Weltkrieg wurde diese erweitert und nach einer Renovierung 2004 befindet sich heute darin das Restaurant „Steirereck“.

 

Nicht zu vergessen ist der Kursalon im Stadtpark. Einen solchen gab es bereits am ehemaligen Wasserglacis und wie der Name verrät, wurde in ihm Heilwasser für Trinkkuren ausgeschenkt. Mit der Anlegung des Stadtparks wurde ein neues Gebäude nach den Plänen von Johann Garben im Stil der italienischen Renaissance errichtet (heute „Kursalon Hübner“ – benannt nach dem Pächter Hans Hübner) und 1867 eröffnet. Im Oktober des Folgejahres fand das erste Konzert von Johann Strauß Sohn statt, worauf sich der Kursalon zu einem beliebten Tanz- und Konzertlokal insbesondere zur Zeit der Gebrüder Strauß entwickelte. Auch heute ist der Kursalon ein beliebter Veranstaltungsort für Bälle und Konzerte, man kann dort aber auch einfach nur einen Kaffee genießen.

Die Alleen des Parks an der Ringstraßenseite bilden einen Lärmschutz gegenüber dem Verkehr. Die Bepflanzung des Parks ist auf eine ganzjährige Blüte angelegt. Den Rasen darf man nur bei den gekennzeichneten Liegewiesen betreten.

Da der Stadtpark sowohl im 1. Als auch im 3. Bezirk liegt, durch den Wienfluss getrennt und durch die 1857 erbaute Karolinenbrücke verbunden ist, wird der Stadtpark auch als „grünes Tor zum 3. Bezirk“ bezeichnet.

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