Die Sonatine von Claude Arrieu

 

von Anja Weinberger

Seit nunmehr drei Jahren bin ich verstärkt auf der Suche nach Musik von Komponistinnen.

Und ein besonders schönes Werk, das dabei meinen Weg gekreuzt hat, ist die Sonatine für Flöte und Klavier der französischen Komponistin Claude Arrieu.

Claude Arrieu wurde 1903 als Louise-Marie Simon in Paris geboren. Sehr früh zeigte sich ihr musikalisches Talent – sehr zur Freude der Eltern. Die Mutter war selbst Pianistin und Komponistin und unterstützte die Tochter, wo sie nur konnte.

1924 begann die junge Frau am Konservatorium in Paris zu studieren, wo sie Klavierunterricht bei Marguerite Long und Kompositionsunterricht bei Jean-Jules Roger-Ducasse und Paul Dukas erhielt.

Die Komponistin nahm nun das Pseudonym „Claude Arrieu“ an, um in der doch sehr männlich geprägten Musikwelt bestehen zu können. Durch den Vorname Claude, der in der französischen Sprache sowohl männlich als auch weiblich sein kann, versuchte sie mehr Gleichberechtigung zu erlangen.

Ab 1935 arbeitete sie beim Französischen Rundfunk, um sich den Lebensunterhalt zu sichern. Sie schrieb für nahezu alle musikalischen Gattungen, fühlte sich der menschlichen Stimme besonders verbunden.

Am ehesten lässt sich ihr Stil mit Stravinskys Neoklassizismus vergleichen.

Claude Arrieu starb 1990 an den Folgen eines Unfalles.

 

 

Mehr zur Flöte und ihrer Musik? Hier geht’s zum Flöten-Blog beim Leiermann.

 

Ihre Sonatine für Flöte und Klavier sollte einen Stammplatz im Repertoire der Flötisten erhalten, denn sie ist äußerst spielfreudig, anspruchsvoll in beiden Instrumenten und sehr gefällig.

Der erste Satz Allegro moderato erfreut Ohren und Finger mit einer sehr eingängigen Melodie und hat ungefähr in der Mitte einen Einschub Poco piu lento, der für ein paar Takte eine ganz andere Welt entstehen lässt.

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Der zweite Satz Andantino ist ein Dialog zwischen Flöte und Klavier im 3/8-Takt und die Flötistin oder der Flötist kann seine klanglichen Möglichkeiten zur Gänze ausspielen.

 

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Im dritten und letzten Satz Presto treffen wir auf durchaus anspruchsvolle, technisch verzwickte Stellen – zumindest, wenn man das vorgeschlagene Tempo (Viertel 132) annähernd erreichen möchte. Auch hier gibt es einen kurzen, sanglicheren Einschub. Der Satz endet, wie er begann, im rasanten Sechzehntelfeuerwerk.

Eine großartige Sonatine, die Spieler und Publikum Freude macht.

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