Die Schlacht bei Aspern

 

von Katharina Mölk

Am 22. Mai 1809 siegt Erzherzog Karl mit seinen Truppen in der Schlacht bei Aspern (auch Schlacht bei Essling/Eßling genannt) über Napoleon.

Napoleon hatte mit seinen Truppen am 13. Mai 1809 zum zweiten Mal Wien besetzt. Allerdings hatten sich der österreichische Oberbefehlshaber Erzherzog Karl (jüngerer Bruder von Kaiser Franz II/I.) mit seiner Armee und der Kavallerie-Reserve unter Fürst Liechtenstein auf das linken Donauufer zurückgezogen.

Angeblich war Napoleon selbst auf den Südturm des Stephansdoms hinaufgestiegen, um das österreichische Heer von dort aus zu erspähen.

Am 20. Mai begannen die Franzosen den Übergang über den nördlichen Flussarm der Donau und besetzten die Dörfer Aspern und Eßling. Da sie dafür jedoch Brücken errichten mussten, konnten die Franzosen nicht ihre gesamten Soldaten schnell genug über die Donau bringen.

Am 21. Mai begannen die Kampfhandlungen. Erzherzog Karl versuchte, die Franzosen mitten im Aufmarsch mit seinen noch überlegenen Truppen über die Donau zurückzutreiben und die Übergangsbrücken zu zerstören. Dies gelang in dem die österreichischen Soldaten Baumstämme und schwer beladene Flöße in den Fluss gaben, die die Brückenkonstruktionen rammten. In der Nacht vom 21. Auf den 22. Mai ließ Napoleon die Brücken wieder aufstellen und griff am nächsten Morgen erneut an.

Allerdings wurde die Brücke erneut zerstört und da so nicht genügend französische Soldaten nachrücken konnten, konnte sich Napoleon auf dem linken Donauufer nicht mehr halten und ordnete den nächtlichen Rückzug an.

Dies gilt als erste bedeutende Niederlage Napoleons auf dem Schlachtfeld. Zu Ehren von Erzherzog Karl wurde von Dominik Anton Fernkorn vor der Neuen Burg in Wien ein imposantes Reiterstandbild errichtet. Inspiriert ist das Denkmal vom bekannten Schlachtenbild Johann Peter Kraffts. Nach diesem und dem Prinz Eugen Reiterstandbild wurde der Platz „Heldenplatz“ genannt.

Carl Heinrich Rahl (copper engraver), Peter (Johann Peter) Krafft (Peintre), „Die Schlacht bei Aspern“ am 21. und 22. Mai 1809 (nach dem Gemälde „Die Sieger von Aspern“), 1820 minimum, Sammlung Wien Museum, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/en/object/60360/)

Die Schlacht hatte enorme Verluste gebracht – auf beiden Seiten fielen mehr als 20.000 Mann.

2017 wurde das Schlachtfeld untersucht – hier gibt es einen Artikel dazu: Archäologen legten Überreste des Gemetzels bei Aspern 1809 frei.

Napoleon konnte nach der Ankunft seiner italienischen Truppen die österreichische Hauptarmee am 5./6. Juli in der Schlacht bei Wagram entscheidend schlagen.

Somit hatte der Sieg bei Aspern den Verlauf des Fünften Koalitionskrieges nicht entscheiden verändert, aber der Ruf von Napoleons Unbesiegbarkeit war gebrochen.

 

So hieß es in einem Gedicht von Nikolaus Lenau anlässlich eines Festes am 17. April 1843 über Erzherzog Karl:

„Was Karl empfand auf jenem Ehrenfeld,
Weiß nur des Schicksals Liebling, nur ein Held,
Der auch wie er, den Degen in der Hand,
Und Gottes Geist im Haupt, fürs Vaterland
Mit solchem Helden rang, und es gerettet
Aus Schmerz und Schmach, worin es lag gekettet.
Mag immerhin nach Asperns blutger Schlacht
Der stolze Feind erheben seine Macht,
Aufwerfen siegreich seine Heldenfahne,
Sie blieb doch krank vom schüttelnden Orkane.
Die Donner Asperns habens ausgesprochen:
„Er ist besiegbar!“ unvergeßlich allen,
Und Leipzig wird die Donner widerhallen;
Napoleons Waffenzauber war gebrochen.
O Karl! es war dein schönster Heldentag!
O Österreich! dein höchster Herzensschlag!“

Unknown, Erzherzog Karl in der Schlacht bei Aspern am 22. Mai 1809, 1820 minimum, Sammlung Wien Museum, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/en/object/369527/)

In Aspern erinnert der „Löwe von Aspern“ an die Schlacht. Doch dieses Denkmal zeigt einen sterbenden Löwe (als Symbol der Habsburger): zwischen den Vorderpranken ein napoleonischer Adler, ein Kürass mit einem „N“, unter dem Leib der Imperatorenmantel, an der linken Körperseite des Tiers ein Feldzeichen. Das Denkmal zeigt als, dass die napoleonischen Truppen zwar besiegt wurden, der glanzvolle Stern der Habsburger jedoch auch zu sinken begann.

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