Einführung

in die Antike

 

 

von Christian Schaller

Einführung

in die Antike

 

von Christian Schaller

Wenn man heute von „antik“ spricht, dann kann das Vieles bedeuten: ein altes Möbelstück der Großeltern, eine verstaubte Ansicht und Meinung oder eben auch Hinterlassenschaften vergangener Kulturen. Das lateinische Wort antiquus bedeutet genau genommen auch genau das: alt, altehrwürdig, altertümlich. Spricht man jedoch im historischen Sinne von der Antike, so muss man den Kreis schon enger ziehen. Zwar lässt sich wie bei allen Epochen nur schwer eine exakte räumliche und zeitliche Begrenzung ziehen, aber zumindest im Großen und Ganzen stimmt die Geschichtswissenschaft mit einigen Eckdaten überein.

Die Antike im Mittelmeerraum und damit auch dem Nahen Osten, in Nordafrika und Europa dauerte von circa 800 vor Christus bis etwa 600 nach Christus. Der Begriff des Altertums ist weitgehend deckungsgleich mit der Antike, setzt jedoch meist noch einmal deutlich früher an und umfasst mitunter die Zeit vom vierten Jahrtausend vor Christus bis 600 nach Christus, also grob die Jahrhunderte zwischen Steinzeit und Mittelalter. Der Begriff Altertum schließt damit auch die altorientalischen Hochkulturen wie Ägypten, Mesopotamien und Persien mit ein. Ein weiterer verwandter Begriff ist die Bronzezeit, also die Periode, in der die Menschheit lernte, Metallgegenstände aus Bronze herzustellen und zu nutzen. Diese Epoche umfasst jedoch in verschiedenen Kulturräumen auch immer verschiedene Zeiträume. In Mitteleuropa wird der Beginn der Bronzezeit beispielsweise von 2200 bis 1700 vor Christus angesetzt. Das Ende wird mit circa 800 vor Christus veranschlagt. Hier begann die Eisenzeit, in der die Menschen die Eisenverarbeitung erfanden und nutzten. Um 800 vor Christus wird auch das Ende der sogenannten „dunklen Jahrhunderte“ im Mittelmeerraum angesetzt. Die verwandten Begriffe Eisenzeit und Antike decken sich dann in ihrer zeitlichen Erstreckung und enden beide ungefähr im 5. Jahrhundert nach Christus.

Die klassische Antike wird meist begrifflich und zeitlich begrenzt auf die Hochphasen der antiken griechischen, hellenistischen und römischen Geschichte, die im mediterranen Raum relativ konstante und gemeinsame kulturelle Traditionen etablierten.

Historisches Vorfeld: Die „dunklen Jahrhunderte“

Als geschichtliche Epoche folgte die sogenannte Bronzezeit der Jungsteinzeit. Während zwar große Teile Europas bereits besiedelt waren und sich archäologisch auch in allen europäischen Ländern Siedlungsspuren, Gräberfunde und auch aufwendige Waffen und Kunstgegenstände finden lassen, so entstanden die von der Geschichtswissenschaft traditionell als erste europäische „Hoch“kulturen definierten Gesellschaften zunächst allein in der Ägäis. In der Bronzezeit entwickelten sich hier bereits drei große Kulturkreise. Auf Kreta entstand die minoische Kultur, auf dem griechischen Festland die mykenische Kultur und auf den ägäischen Inseln um Delos die Kykladenkultur. Vor allem Kreta florierte und übernahm zahlreiche Ideen von anderen Kulturen – wie beispielsweise die typische Palastkultur von den Ägyptern. Um 1400 vor Christus erlangten schließlich die Mykener auf dem Festland eine Art Vormachtstellung in der Ägäis. Doch nur 200 Jahre später sollten diese ersten großen Kulturen untergehen. 

Löwengrab Mykene; © Gina_Janosch

Die Gründe sind bis heute nicht restlos geklärt – Missernten, Erdbeben oder Überfälle der mysteriösen „Seevölker“, deren genaue Identität nach wie vor unklar ist. Im mediterranen Raum bezeichnen diese „dunklen Jahrhunderte“ die Zeit zwischen dem 12. und dem 8. Jahrhundert vor Christus. Um 1200 vor Christus wird auch traditionell der Trojanische Krieg datiert. Um 800-750 vor Christus lässt sich in den archäologischen Funden dann erneut ein kultureller und künstlerischer Aufschwung verzeichnen. Es ist der Beginn der sogenannten orientalisierenden Phase der griechischen und auch etruskischen Kunst, in der zunehmend Luxusgüter, aber auch Wissen aus dem Nahen Osten in die Ägäis und nach Italien exportiert wurden. In diese Epoche, die auch als Archaik bezeichnet wird, wird das Leben und Wirken Homers datiert, der früheste Dichter des Abendlandes und durch seine Werke Ilias und Odyssee sogar ein Identitätsstifter für die griechische Welt. Im archaischen Griechenland konnte sich schließlich eine Kultur herausbilden, die bis in unsere Gegenwart einen großen Einfluss auf Europa haben sollte.

Die Wiege der Demokratie und Philosophie: Griechische Geschichte

Um 800 vor Christus hatten sich in Griechenland bereits eine Vielzahl an autonomen Stadtstaaten herausgebildet, die alle über eigene politische Institutionen wie Volksversammlungen verfügten. Grund hierfür waren wohl die besonderen Umweltbedingungen: Die vielen Inseln und die trennenden Gebirgszüge auf dem Festland hatten eine zwar zusammengehörige, aber ungemein kleinteilige Region geschaffen, die sich grundlegend von den zentral regierten Kulturen Ägyptens und Mesopotamiens unterschied. Die Siedlungen waren umgeben von Ackerland und einem Grenzgebiet, das von Hirten genutzt wurde. Sagen, Götter und Helden spielten eine wichtige Rolle im Alltag, der von religiösen Festen geprägt war. Tonangebend war die Aristokratie, deren Stellung zu Beginn jedoch nur durch ihre Verdienste für die Gemeinschaft entstanden war, weshalb dieser Status im Zweifelsfall auch wieder eingebüßt werden konnte. Die Griechen waren Seefahrer und Händler, sie besaßen nautische Kenntnisse und eine hoch entwickelte Mobilität. Diese waren auch Voraussetzungen für die Griechische Kolonisation, also die Gründung zahlreicher Pflanzstädte im gesamten mediterranen Raum. An der Schwarzmeerküste, in Kleinasien und auf Zypern, in der Kyrenaika und sogar in Südfrankreich und Spanien lassen sich griechische Gründungen finden. Süditalien, oftmals einschließlich Siziliens, wurde sogar Magna Graecia genannt, also das „große Griechenland“. Durch die Kolonien verbreiteten sich die griechische Lebensart, die Sprache und auch die Polis-Kultur.

Akropolis Athen; © Nick115

Die Zeit- und Stilepoche der griechischen Geschichte zwischen 700 und 500 vor Christus wird als Archaik bezeichnet, die dann in die griechische Klassik überging. Diese Epochengrenze ergab sich durch die innergriechischen Umbrüche während der Perserkriege, in denen sich die griechischen Stadtstaaten gegen das übermächtige Achämenidenreich vereinigten.

Nach der Schlacht von Plataiai 479 vor Christus endeten die Versuche Persiens, Griechenland zu erobern und es begann eine Ära des Friedens und Wohlstands, in der Kunst, Literatur und Philosophie erblühten. Die Machtentfaltung Athens als führender Stadtstaat prägte auch die Entwicklung der Attischen Demokratie, die auf das Prinzip der Volkssouveränität gründete. Politische Mitsprache war allerdings nur erwachsenen, männlichen Bürgern mit Besitz gestattet. Frauen, Sklaven und Fremde – und damit ein Großteil der Bevölkerung – waren ausgeschlossen.

Auch wenn es während der archaischen und klassischen Zeit auch zahlreiche andere mächtige Stadtstaaten wie Theben oder Korinth gab, so sind uns heute vor allem Athen und Sparta bekannt. Interessant bei diesen beiden Mächten sind vor allem die grundlegenden Unterschiede in ihren politischen Systemen. Athen gilt bis heute als Wiege von Philosophie und Demokratie, während Sparta ein militärischer Territorialstaat war. Von 431 bis 404 vor Christus bekriegten sich Athen, Sparta und ihre Verbündeten im Peloponnesischen Krieg. Die Kampfhandlungen umfassten dabei nahezu die gesamte griechische Welt. In den nachfolgenden Jahrzehnten lebten und wirkten mit Sokrates, Platon und Aristoteles drei der wichtigsten Philosophen der Weltgeschichte in Athen und Griechenland. Währenddessen stieg im Norden das Königreich Makedonien zu einer wichtigen Militärmacht auf. Vor allem König Philipp II. vergrößerte ab 359 v. Chr. in langjährigen Kämpfen den Einfluss seines Landes. Doch erst sein Sohn Alexander sollte Makedonien und Griechenland zu ungeahnter Größe führen.

Antike Globalisierung zwischen Alexander und Augustus: Hellenismus

Die zahlreichen griechischen Städte im gesamten Mittelmeerraum trugen zu dem Gefühl einer Zusammengehörigkeit und Identität bei. Gemeinsame Sprache und Sitten, gemeinsame Götter und Helden, die Werke Homers und Bündnisse gegen äußere Feinde wie die Perser, nicht zuletzt aber auch verbindende Großereignisse wie die Olympischen Spiele erzeugten das Gefühl einer verbundenen, griechischen Welt. Sich selbst nannten die Griechen „Hellenen“.

Doch erst die Eroberungen Alexanders des Großen brachten der hellenischen Kultur eine nie dagewesene Verbreitung und Relevanz in der damals bekannten, alten Welt und begründeten das dreihundertjährige Zeitalter des Hellenismus. Der junge Makedonenkönig schaffte es nach dem Tod seines Vaters innerhalb weniger Jahre die Stadtstaaten Griechenlands zu unterwerfen und zu vereinen. Dann zog es ihn nach Osten, um gegen den alten Feind der Griechen, das Perserreich, zu kämpfen. Er eroberte Kleinasien, befreite Ägypten, zog siegreich in Babylon ein, erreichte schließlich die Hauptstadt Persepolis und zog in den Folgejahren sogar bis nach Indien. Alexander betrachtete sich als Nachfolger der Perserkönige und sah die eroberten Kulturen – anders als viele seiner Landsleute – nicht als barbarisch an. Viel eher faszinierte ihn die orientalische Pracht und Lebensweise und er gedachte, die griechische Kultur mit der östlichen zu verschmelzen – ein kosmopolitisches und weitsichtiges Vorhaben, das den östlichen Mittelmeerraum für Jahrhunderte prägen sollte. Alexanders gigantisches Reich sollte seinen frühen Tod im Jahr 323 vor Christus nicht überdauern.

Seine Generäle stritten sich erbittert um sein Erbe und die riesigen Gebiete wurden nach Jahren des Krieges in mehrere Machtbereiche aufgeteilt. Die ehemaligen Generäle Alexanders fungierten hier als neue Herrscher und begründeten eigene Dynastien. Diese sind auch als Diadochenreiche bekannt, vom griechischen Wort diadochos für Nachfolger. Die wohl langlebigsten und erfolgreichsten dieser Herrschaftsgebiete waren die Ptolemäer in Ägypten, die Seleukiden in Syrien sowie die Antigoniden in Makedonien.

Alexander der Große, Thessaloniki; © dimitrisvetsikas1969

Obgleich der Hellenismus maßgeblich von der griechischen Kultur geprägt war, wurde die Mittelmeerwelt nichtsdestotrotz von zahlreichen Kulturen und Ethnien bewohnt. Neben den großen Nachfolgereichen gab es noch eine Vielzahl an kleineren Territorien, Stadtstaaten und Kolonien wie beispielsweise das zeitweise sehr mächtige Königreich von Syrakus auf Sizilien oder die Handelsmetropole Karthago in Nordafrika. In das Zeitalter des Hellenismus fällt auch das Erstarken der jungen Lokalmacht Rom. Die gut dreihundert Jahre zwischen den Eroberungen Alexander des Großen und dem Machtantritt des ersten römischen Kaisers Augustus waren eine bunte und vielschichtige Epoche, in der wechselnde Bündnisse und zahllose Kriege, aber auch ein reger Kulturtransfer und künstlerische sowie naturwissenschaftliche Glanzleistungen stattfanden. In den Jahrzehnten nach Alexanders Tod entstanden beispielsweise in Athen neben den bereits etablierten philosophischen Schulen der Epikureismus und der Stoizismus – zwei Philosophien, die die griechische Welt, später das Römische Reich und die gesamte Philosophiegeschichte maßgeblich beeinflussen sollten.

Das ewige Weltreich: Römische Geschichte

Der Legende nach wurde die Stadt Rom 753 vor Christus gegründet. Die Brüder Romulus und Remus, genährt von einer Wölfin, sollen die Stammväter gewesen sein. Bis 509 vor Christus regierten schließlich Könige in der florierenden Stadt, bis der letzte, besonders grausame Herrscher, Lucius Tarquinius Superbus, vertrieben wurde. Rom war nun eine Republik. Tatsächlich war das frühe Rom im Flusstal des Tiber ein Zusammenschluss aus kleinen Siedlungen, die auf den berühmten sieben Hügeln Schutz fanden. Im Grenzgebiet der etruskischen Einflusssphäre konnte Rom zu einem lokalen kulturellen Zentrum aufsteigen. Die einzelnen Bauerndörfer wurden vereinigt und es entwickelte sich ein agrarisch geprägter und monarchisch geführter Stadtstaat. Bereits in der Königszeit war ein Senat entstanden, der eine wichtige, jedoch nur beratende Funktion besaß. Dies änderte sich um 500 vor Christus, als die Monarchie einer Republik wich. Etwa zeitgleich entstanden jedoch Ständekämpfe innerhalb der römischen Gesellschaft. Über Jahrzehnte kämpften die Plebejer, das einfache Volk, um Rechte und Gerechtigkeit von den Patriziern, der mächtigen Oberschicht, einzufordern. Ein Höhepunkt stellt hierbei das um 450 vor Christus entstandene Zwölftafelgesetz dar, das auf dem Forum Romanum öffentlich ausgestellt wurde. Nach dem Ende der inneren Kämpfe hatten auch reiche Plebejer das Recht, zur Nobilität zu gehören, in sie einzuheiraten und öffentliche Ämter zu bekleiden. Die römische Ämterlaufbahn, der cursus honorum, war eine Abfolge von Magistraturen, die nach einer zehnjährigen Militärzeit absolviert werden konnten. Höchstes Amt war hier das Konsulat. Die Römische Republik besaß stets zwei Konsuln, die über die Truppen verfügen oder Kapitalstrafen verhängen konnten.

Kolosseum Rom; © The_Double_A

Über die Jahrhunderte unterwarfen die Römer immer mehr benachbarte Stämme und Gebiete und erlangten letztendlich die Herrschaft über Italien. Rom sah sich zunehmend durch die punisch-phönizische Stadt Karthago gefährdet, deren Machtbereich das westliche Mittelmeer und auch Sizilien, Sardinien und Korsika umfasste. In den drei Punischen Kriegen zwischen 264 bis 146 vor Christus wurde dieser große Widersacher letztendlich vernichtend geschlagen.

Durch soziale und militärische Reformen konnte das wachsende Römische Reich seine Eroberungszüge erfolgreich fortsetzen. Vor allem im letzten Jahrhundert vor Christus geriet die Republik dadurch jedoch zunehmend in eine politische Krise. Diktatoren wie Sulla oder später Caesar griffen nach der Alleinherrschaft, während die Optimaten, also Vertreter des konservativen Adels, gegen die Popularen, also Vertreter der Volksversammlung und damit teils des Volkswillens, kämpften. Die Ermordung des Diktators Caesar 44 vor Christus war ein letzter, verzweifelter Versuch, das zerrüttete politische Systems Roms zu retten. Nach den folgenden Bürgerkriegen ging Caesars Neffe und Erbe Oktavian als Sieger hervor.

Offiziell und öffentlich erhielt Oktavian, der uns heute eher als Kaiser Augustus bekannt ist, die alten Strukturen der Republik. Dem Schein nach ordnete er sich den alten Institutionen unter. Gleichzeitig entmachtete er jedoch im Stillen und über die Jahre hinweg zunehmend den Senat und die Ämter und vereinte die Kompetenzen auf seine Person. Er bezeichnete sich auch niemals als Alleinherrscher oder König, sondern als primus inter pares, also als Erster unter Gleichen. Er begründete die julisch-claudische Kaiserdynastie, die bis 68 nach Christus Rom regierte. Es folgte nach dem Vierkaiserjahr 69 die flavische Dynastie und danach die Epoche der Adoptivkaiser im zweiten Jahrhundert, die bis heute als Glanzzeit des Römischen Reiches gilt. Dem folgte die severische Dynastie und letztendlich die Epoche der Soldatenkaiser und der Reichskrise im dritten Jahrhundert. Dieser Zeitraum von 235 bis 285 war von inneren und äußeren Krisen geprägt.

Nach der Reichskrise des dritten Jahrhunderts begann im europäischen und mediterranen Raum die Spätantike. Der Regierungsantritt des römischen Kaisers Diokletian im Jahr 284, der durch seine Reformen die Krise überwinden konnte, gilt gemeinhin als Beginn dieser letzten Epoche des Altertums.

Germanisierung und Christianisierung: Das Ende der Antike

In der Spätantike hatte sich das Römische Reich noch einmal konsolidiert. Die konstantinische, die valentinianische und nachfolgend die theodosianische Kaiserdynastie konnten durch Reformen und militärische Kraftanstrengungen das bröckelnde Reich zunächst für weitere 150 Jahre zusammenhalten. Trotz andauernder Kämpfe mit germanischen Stämmen im Norden und den persischen Sassaniden im Osten, einer schleichenden Inflation und Wirtschaftskrise und zahllosen inneren Intrigen beherrschte Rom nach wie vor den gesamten Mittelmeerraum. Die nach dem Tod Kaiser Theodosius im Jahr 395 erfolgte Reichsteilung in eine weströmische und oströmische Hälfte wurde beibehalten. Theodosius war es auch, der das Christentum endgültig zur de facto Staatsreligion des Reiches erhob. Das Weströmische Reich endete offiziell 476. Das Oströmische Reich sollte nach einer frühmittelalterlichen Blütezeit immer weiter an Macht einbüßen, jedoch als Byzantinisches Reich bis 1453 weiter bestehen. Der genaue Beginn und das genaue Ende der Spätantike sind bis heute Gegenstand von Diskussionen und können selten überregional an einem bestimmten Ereignis festgemacht werden. Unabhängig von historischen Ereignissen lässt sich die Epoche der Spätantike jedoch durch verschiedene Charakteristika definieren, sodass die Übergangszeit zwischen Antike und Mittelalter vom Ende des 3. bis zum Anfang des 7. Jahrhunderts nach Christus als ein eigener und auch letzter Abschnitt des Altertums und der Antike gezählt werden kann. Die allgemeinen Entwicklungslinien während der Spätantike zeichnen einen geradezu gewaltigen Wandel in politisch-militärischer, gesellschaftlich-sozialer sowie kulturell-religiöser Hinsicht nach und markieren die Epoche damit nicht nur – wie früher angenommen – als Zeit des Verfalls und Untergangs, sondern viel eher als Übergangsepoche. Der in diesen Jahrhunderten stattgefundene Untergang des Weströmischen Reiches und das Ende des römisch-antiken Staatsapparates und der politischen Infrastruktur – zumindest im Westen – sind nur die Auswirkungen von mannigfaltigen Ursachen und vielschichtigen Prozessen. Die Ausgangslage um 300 umfasste dabei neben Reformen und einer Neugliederung des Reiches auch den Beginn der Völkerwanderung, die zunehmende „Germanisierung“ des Reiches sowie die allmähliche Etablierung des Christentums und den komplexen Prozess der Christianisierung.

 

Verwendete Literatur
  • Bringmann, Klaus: Römische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Spätantike. München 2019.
  • Chaniotis, Angelos: Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Darmstadt 2019.
  • Dahlheim, Werner: Die Römische Kaiserzeit. München 2013.
  • Demandt, Alexander: Zeitenwende. Aufsätze zur Spätantike. Berlin 2013.
  • Frank, Karl Suso: Grundzüge der Geschichte der alten Kirche. Darmstadt 1993.
  • Gehrke, Hans-Joachim / Schneider, Helmuth (Hg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Stuttgart 2013.
  • Hall, Jonathan: A History of the Archaic Greek World. Ca. 1200 – 479 BCE. Malden 2014.
  • Hornung, Erik: Grundzüge der ägyptischen Geschichte. Darmstadt 2008.
  • Hrouda, Barthel: Mesopotamien. Die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. München 2008.
  • Kaiser, Reinhold: Die Mittelmeerwelt und Europa in Spätantike und Frühmittelalter. Frankfurt am Main 2014.
  • Kubisch, Sabine: Das Alte Ägypten. Von 4000 v. Chr. bis 30 v. Chr.. Wiesbaden 2014.
  • Lotze, Detlef: Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis zum Hellenismus. München 2017.
  • Meißner, Burkhard: Hellenismus. Darmstadt 2007.
  • Mickisch, Heinz (Hg.): Basiswissen Antike. Ein Lexikon. Ditzingen 2020.
  • Mieroop, Marc Van de: A History of the Ancient Near East. Ca. 3000–323 BC. Chichester 2016.
  • Pohanka, Reinhard, Die Römer. Kultur und Geschichte. Wiesbaden 2012.
  • Pohanka, Reinhard: Das Byzantinische Reich. Wiesbaden 2013.
  • Pohanka, Reinhard: Die Völkerwanderung. Wiesbaden 2008.
  • Rubel, Alexander: Die Griechen. Kultur und Geschichte in archaischer und klassischer Zeit. Wiesbaden 2012.
  • Schlögl, Hermann (Hg.): Die Weisheit Ägyptens. München 2007.
  • Schlögl, Hermann: Das Alte Ägypten. Geschichte und Kultur von der Frühzeit bis zu Kleopatra. München 2006.
  • Wiesehöfer, Josef: Das frühe Persien. Geschichte eines antiken Weltreichs. München 2015.
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