Emanuel Schikaneder

 

von Katharina Mölk

Am 1. September 1751 wurde Emanuel Schikaneder geboren. Obwohl er in seinem Leben 55 Opern, Theater-, und Singstücke textete, ist er vor allem dafür bekannt, dass er den Text zur „Zauberflöte“ schrieb, das Stück in seinem Theater aufführen ließ und auch selbst die Rolle des Papagenos spielte.

Aufgrund seines Geburtstages schreibe ich einen kurzen Bericht über sein Leben. Aber Achtung: ich habe verschiedene Berichte gefunden und versucht das Übereinstimmende aufzuschreiben. Wenn also jemand mehr Informationen hat, freue ich mich, sie in den Kommentaren (auf Facebook oder Twitter) zu lesen.

Eigentlich war sein Geburtsname Johann Joseph Schikaneder als er am 1. September 1751 in Straubing (Bayern) geboren wurde. Musik und Theater spielten schon in seiner Jugend eine große Rolle: er erhielt Musikunterreicht in Regensburg, war Mitglied der Regensburger Domspatzen und schloss sich ab 1773 der „Moserschen Schauspielgesellschaft“ an. Mit dieser Truppe begab er sich auf Tournee – zuerst als Schauspieler, dann als Regisseur. 1777 heiratete er die Schauspielerin Maria Magdalena Art. Sie nannte sich Eleonore, er nannte sich Emanuel – klingende und zusammenpassende Namen für das Künstlerpaar, das nun das Augsburger Theater leitete.

Das Ehepaar beschloss nach Wien zu ziehen, wo sie sich aber 1785 trennten. Eleonore gründete mit Johann Friedel eine Schauspielturppe mit der sie durch Europa tourten und schließlich ab 1788 dauerhaft ein Theater in Wien leiteten.

Emanuel spielte inzwischen am Kärntnertortheater und am Burgtheater. Allerdings wollte er ein eigenes Theaterhaus vor dem Kärntnertor errichten, was ihm jedoch untersagt wurde. Also verließ er 1787 mit seiner Theatertruppe Wien und ging nach Regensburg.

Nach dem Tod von Johann Friedell 1789 versöhnte sich Eleonore mit Emanuel und holte ihn nach Wien. Nun bespielten sie gemeinsam das neu errichtete Freihaustheater. Dieses war Teil das damals größten Wohnblocks in Wien – dem Freihaus auf der Wieden. Zur Eröffnung des Theaters am 12. Juli 1789 wurde Schikaneders Stück „Der dumme Anton im Gebirge“ aufgeführt.

Wiener Burgtheater, ©TTstudio

Zum Kassenschlager wurde jedoch ein anderes Stück: die Oper „Die Zauberflöte“ wurde im Freihaustheater am 30. September 1791 uraufgeführt. Wolfgang Amadeus Mozart, der die Musik komponiert hatte, dirigierte selbst, während Emanuel Schikaneder die Rolle des Vogelfängers Papageno spielte. Die Erfolge dieser Oper erfüllten nun Schikaneders Traum: durch die hohen Einnahmen und mit Hilfe des Kaufmanns Bartholomäus Zitterbarth konnte er nun ein eigenes Theater errichten – das Theater an der Wien auf der anderen Seite des Wienflusses (beim heutigen Naschmarkt). Dieses neue Theater wurde 1801 mit Schikaneders Oper „Alexander“ eröffnet; er sollte es bis ins Jahr 1804 leiten.

Schikaneder konnte sogar ein Barockpalais in Nußdorf erwerben, das heute als Lehár-Schikaneder-Schlössl bekannt ist. Doch infolge der Geldabwertung durch die napoleonischen Kriege verlor er sein letztes Vermögen und starb 1812 geistig verwirrt in Wien.

Eleonore überlebte ihn um 9 Jahre und starb im Theater an der Wien.

 

Noch ein paar Informationen:

– Die Brüder Ludwig und Kaspar van Beethoven wohnten im Frühjahr 1803 im Theater an der Wien.

– 1861 wurde im 4. Wiener Gemeindebezirk die Schikanedergasse nach ihm benannt.

– Wie Wolfgang Amadeus Mozart war auch Schikaneder Freimaurer und zwar wurde er in der Regensburger Loge Carl zu den drei Schlüsseln aufgenommen.

– Während Schikander von der „Zauberflöte“ enorm profitierte, konnte sich Mozart nicht lange daran erfreuen. Er starb bereits 2 Monate nach der Uraufführung und da es im 18. Jahrhundert noch kein Copyright im heutigen Sinn gab, erhielt seine Familie auch nichts von den weiteren Einnahmen.

– Emanuel und Eleonore Schikaneder wurde 2016 ein Musical gewidmet: „SCHIKANEDER – die turbulente Liebesgeschichte hinter der Zauberflöte“, Vereinigte Bühnen Wien

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