Georg Philipp Telemann

von Anja Weinberger

Georg Philipp Telemann – ein Tausendsassa im Barock

 

Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) war wie Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel ein deutscher Komponist des Barock. Und obwohl er wie kaum ein anderer im letzten Drittel seines Lebens internationalen Ruhm genoss, von seinem Schaffen sehr gut leben konnte und der Musikwelt wegweisende neue Impulse gab, steht er heute  im Schatten seiner beiden oben genannten Kollegen. Wie schade! Um diesen barocken Selfmade-Mann und Multitasker besser kennen zu lernen, machen wir uns nun gemeinsam auf den Weg.

Telemann stammte aus einer gebildeten Magdeburger Pastorenfamilie. Im Gegensatz zu seinen Kollegen Händel und Bach konnte er im Hinblick auf seine musikalischen Ambitionen auf keinerlei Unterstützung seitens des Elternhauses hoffen. Im Gegenteil, um den Sohn zu bewahren vor dem „sozialen Absturz“ wurde ihm die Beschäftigung mit der Musik verboten. Aber nichts half. Georg Philipp war einfach schon als Kind verrückt nach Musik.

Er saugte auf, was ihm über den Weg lief und brachte sich selbst mehrere Instrumente bei. Quasi „nebenbei“  und mit sehr guten Beurteilungen besuchte er die Schule am Magdeburger Dom und das Gymnasium der Altstadt. Schon dort  verfasste er auch in französischer und lateinischer Sprache Verse (später im Leben erlernte er dann fließend Italienisch und Englisch). Und schließlich – um sein zehntes Lebensjahr herum – begann er kleine Stücke zu komponieren. 

Gesangsunterricht erhielt er dabei von Kantor Benedikt Christiani, der ihn nach wenigen Wochen schon selbst die Oberklassen unterrichten ließ, wenn er seinerseits verhindert war. Abgesehen von einer zweiwöchigen (!!) Unterweisung im Klavierspiel erhielt er keinen weiteren Musikunterricht. Kaum zu glauben, oder?!

Mit nur 12 Jahren komponierte er schließlich seine erste Oper – Sigismundus. Und seine unterdessen verwitwete Mutter schien das gar völlig zur Verzweiflung gebracht zu haben. Sie beschlagnahmte seine Instrumente und beschloss, ihn von diesem „schlechten Einflusse“ zu entfernen. So wurde er zwölfjährig in die Schule nach Zellerfeld geschickt (heute Clausthal – Zellerfeld), in der Hoffnung, ihn damit zur Vernunft bringen zu können.

Aber das Schicksal meinte es gut mit der Musikgeschichte und mit Telemann. Denn der dortige Superintendent Caspar Calvör erkannte sofort Georg Philipps herausragende Begabungen und förderte ihn in allen Belangen. Eigentlich erstaunlich, dass die Mutter nichts von der Anwesenheit Calvörs wusste, oder aber nicht erkannte, dass dieser Umgang eher das Gegenteil dessen bewirken würde, was sie sich erwünschte. Calvör war ja weit über die Grenzen seiner Stadt hinaus bekannt als Theologe und Universalgelehrter. Er also ermutigte den jungen Telemann, die Schule nicht zu vernachlässigen und seine musikalischen Interessen weiter zu verfolgen.

Von da an komponierte dieser beinahe wöchentlich Motetten für den dortigen Kirchenchor und schrieb auch Arien und andere Gelegenheitsmusiken, die er versuchte, über den Zellerfelder Stadtpfeifer an den Mann zu bringen.

Drei Jahre später, mit 16 Jahren, wechselte er auf das Gymnasium in der wesentlich größeren Stadt Hildesheim. Wieder hatte er Glück und bekam sofort Unterstützung vom Direktor des Gymnasiums und vom kirchenmusikalischen Direktor. Auch hier lernte er weiter autodidaktisch Instrumente und konnte schließlich Orgel, Gambe, Violine, Kontrabass, Schalmei, Blocklöte und Traversflöte, Posaune, Cyther und Klavier spielen. Eine beachtlich lange Liste.

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Und schließlich war die Schulzeit zu Ende. 1701 schrieb er sich an der Universität Leipzig ein, wo er zur Freude seiner Mutter nur Jura studieren wollte. Allein der Glaube fehlt uns – und wohl auch ihm – , dass das wirklich so kommen soll. Schon die Wahl der Stadt, die damals als bürgerliche Metropole moderner Musik galt, weist hin auf das, was sich nun alles ergeben wird.

Durch Zufall fiel eine von Telemanns Kantaten in die Hand eines musikbegeisterten Kommilitonen, der sie daraufhin in der Thomaskirche zur Aufführung brachte – man war begeistert. Der Bürgermeister bat um mehr, und so verschob sich das Jura-Musik-Gleichgewicht recht schnell. Der Startschuss für eine glänzende Musikerkarriere war in diesem Augenblick zu hören.

Unterdessen hatte er auch Kontakt zum nur vier Jahre jüngeren Georg Friedrich Händel. Mit ihm unternahm er 1702 eine Reise nach Berlin. Dort hörten die beiden u.a. die Uraufführung von Bononcinis „Polifemo“, damals ein rauschender Erfolg. Telemann und Händel sollten ein Leben lang befreundet bleiben und ihre Arbeit gegenseitig sehr schätzen.

Zurück in Leipzig komponierte er nun monatlich zwei Auftragskantaten für die Thomaskantorei und gründete  ein Orchester, das Telemannische Collegium musicum (Dieses wurde später von J.S. Bach geleitet und hatte großen Einfluss auf Leipzigs Musikleben. Übrigens erstellte Bach sich auch in späteren Jahren häufig Abschriften von Telemanns Werken – man mochte sich!). Schon nach einem Jahr in der Stadt leitete er außerdem Aufführungen des Opernhauses, spielte dabei selbst den Generalbass und sang auch gelegentlich.

Der legendäre Zwist mit Kuhnau, damals städtischer Musikdirektor und Thomaskantor, war eigentlich nicht überraschend. Dieser fühlte sich durch Telemanns sehr aktives, progressives, fröhliches und farbenfrohes Musizieren und Komponieren in seiner konservativen Ehre verletzt. Zumal man Telemann dem kränkelnden Kuhnau als eventuellen Nachfolger vorschlug (Kuhnau blieb jedoch am Leben und noch lange im Amt – sein Nachfolger wurde erst 1722 Johann Sebastian Bach).

Jetzt, im Jahre 1704, mit 23, wurde Telemann dann Musikdirektor an der Neukirche, der damaligen Leipziger Universitätskirche. All das nütze der Stadt  jedoch nichts. Telemann wollte wachsen, er wollte fremde Musik hören und Kollegen treffen.

Und so wählte er schließlich nur ein Jahr später den Hof von Graf Erdmann II. von Promnitz in Sorau/Lausitz als Lebensmittelpunkt.

Schon in seiner Jugend fühlte sich Telemann vor allem von der französischen Musik angezogen. In Leipzig lernte er dann auch erstmals Franzosen der Dresdner Hofkapelle kennen. Und hier in Sorau konnte er den reichen musikalischen Schatz des Grafen studieren, den der von seiner Parisreise mitgebracht hatte. Sogar Werke von Lully waren darunter, den Telemann besonders schätzte.

Er baute die Hofmusik auf und komponierte zahlreiche Ouverturensuiten. Und von hier aus reiste er nach Polen und Mähren. Die dortige Volksmusik begeisterte ihn und hinterließ in seinen Kompositionen tiefe Spuren.

Dem Zeitgeist entsprechend vermengte er das Beste aus der Musik aller Länder und prägte so früh einen sehr eigen Stil – den „Telemannischen“ oder „vermischten Geschmack“.

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Schon 1706 musste er allerdings aus politischen Gründen weiterziehen – die schwedische Armee bedrohte Sorau. Und so und wurde er als Konzertmeister und Kantor an den Hof des Herzogs Johann Wilhelm nach Eisenach geholt. Der ernannte ihn zu seinem Sekretär, zur damaligen Zeit eine hohe Auszeichnung.

Im Oktober 1709 heiratete Telemann Amalie Eberlin, eine Tochter des Nürnberger Komponisten Daniel Eberlin. Man lernte sich kennen, weil sie Hofdame der Gräfin von Promnitz gewesen ist. Dem Paar war nur ein sehr kurzes Glück beschieden, denn schon bei der Geburt der ersten Tochter im Januar 1711 starb Amalie.

Telemann versuchte, der Trauer über den Tod seiner Frau mit neuen musikalischen Herausforderungen zu begegnen.

Er bewarb sich in Frankfurt und zog bald als städtischer Musikdirektor und Kirchenkapellmeister in die Main-Stadt. Dort vollendete er u.a. seine in Eisenach begonnenen Kantatenjahrgänge, komponierte Oratorien und Kammermusik, organisierte die wöchentlichen Konzertveranstaltungen und gab auch schon seine Werke im Selbstverlag heraus. Längst war er weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Außerdem heiratete er 1714 erneut. Die Auserwählte hieß Maria Catharina Textor und stammte aus dem gehobenen Bürgertum – glücklich sollte diese zweite Ehe leider nicht werden. Mit einem Jahreseinkommen von 1600 Gulden gehörte Telemann zu den bestbezahltesten Bürgern Frankfurts.

1721 schließlich ging er nach Hamburg, wurde dort sesshaft, wirkte in den großen Stadtkirchen. Seine über 40 Jahre dauernde Hauptschaffensperiode konnte beginnen! Hier entstanden „Der getreue Musikmeister“ und die „Tafelmusik“, hier veröffentlichte er seine Lehrschriften und von hier aus konnte er sich schließlich den großen Wunsche erfüllen und nach Paris reisen, wo er endgültig zu internationalem Ruhm gelangte. Aber der Reihe nach!

Das erste Jahr in Hamburg lief so gar nicht nach Telemanns Geschmack. Er fühlte sich v.a. finanziell nicht gebührend entlohnt und in seiner Arbeit und Entscheidungsfreiheit durch das Kollegium der Oberalten, einer Vereinigung von jeweils drei Gemeindeältesten der Hamburger Hauptkirchen, beschränkt. Erst als er sich nach Kuhnaus Tod auf die Thomaskantorenstelle in Leipzig bewarb, dort einstimmig gewählt wurde und er sein Entlassungsgesuch in Hamburg einreichte wurden seine Arbeitsbedingungen seitens des Rates optimiert. Er blieb also in der Hansestadt und Bach konnte Thomaskantor in Leipzig werden.

Noch im selben Jahr übernahm Telemann dann neben der Arbeit an den fünf großen Stadtkirchen die Leitung der Oper und 1723 zusätzlich die Stelle eines „Kapellmeisters von Haus aus“ für den Markgrafen von Bayreuth. Diesen belieferte er von da an jährlich mit einer festgelegten Zahl Opern und Kammermusik. Ab 1725 bis 1730 diente er dem Herzog von Sachsen-Eisenach als Agent und berichtete über Neuigkeiten.

Man kann nur feststellen: Telemann muss ein Energiebündel gewesen sein, um all das zu bewerkstelligen. Außerdem war er sehr weit vernetzt und seine Musik, aber auch seine Meinung über Zeitströmungen waren außerordentlich gefragt.

1728 gründete er dann mit Johann Valentin Görner den  „Getreuen Musikmeister“, eine Musikzeitschrift, die v.a. das Musizieren zuhause fördern sollte und auch Kompositionsbeispiele anderer Musiker wie  Zelenka und Keiser enthielt.

Schon hier war sein Interesse an ungewöhnlichen Besetzungen zu bemerken. Ein Beispiel dafür ist die Sonate für Violoncello und Basso continuo –  bis dahin  nämlich wurde das Violoncello in der Kammermusik nicht als Melodieinstrument eingesetzt. Aber auch die „Kanonischen Duette“ und die „Duette ohne Bass“ gehören zu diesen neuen Formen.

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Dann entstanden die „Methodischen Sonaten“ – bis heute quasi ein Lehrwerk für die Verwendung der (französischen) wesentlichen Manieren und der (italienischen) willkürlichen Veränderungen. Telemann hat die langsamen Sätze einmal verziert und einmal unverziert drucken lassen, um den Musikliebhaber „zu wachsender Einsicht“ anzuleiten. Telemanns „Methodische Sonaten“ stellen die umfassendste klingende Affektenlehre dar, die jemals geschrieben wurde.

Und 1733 entstand die „Musique de Table“ – eine Sammlung von Instrumentalwerken unterschiedlicher Besetzung und eines der letzten Beispiele höfischer Tafelmusik. Auch als pädagogisches Lehrstück wollte der Komponist sein vermutlich berühmtestes Werk verstanden wissen. Denn die wichtigsten instrumentalen Genres werden virtuos und vielseitig dargestellt. Allem voran seine Triosonaten wurden von den Zeitgenossen sehr gelobt, gerade auch, weil er in den verschiedensten Stilen zuhause war.

Die hier betrachtete „Tafelmusik“ schrieb er v.a. für wohlhabende Musikfreunde und unter den über 200 Subskribenten waren neben vielen Namen aus dem Ausland auch Händel und Quantz.

Auch in der Tafelmusik ist zu sehen, dass Telemann neue Formen „erfand“.  Z.B. führt im großen Quartett e-moll das Violoncello ein vom Generalbass gelöstes Eigenleben, wird wiederum selbst zum Melodieinstrument. Mit diesem großen und vielschichtigen Werk, fast durchwegs im galanten französischen Stil geschrieben, festigte Telemann endgültig seinen europaweiten Ruhm.

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Nicht so erfolgreich wie das Arbeitsleben gestaltete sich jedoch das Familien – und Eheleben. Die Familie war unterdessen sehr groß und  Maria Catharina anscheinend der Aufgabe nicht gewachsen. Sie verlor im Glücksspiel viel Geld und betrog ihren Ehemann. 1735 ließ man sich nach 21 mühsamen Ehejahren scheiden. Nicht nur die finanziellen Folgen waren unangenehm.

In den frühen und mittleren 30er-Jahren entwickelte Telemann ein besonderes Interesse am einzelnen Instrument.

Es entstanden neben den 12 Fantasien für Solo-Violine auch 12 Fantasien für Solo-Flöte und 36 für das Cembalo. Die verlorenen geglaubten Manuskripte der 12 Fantasien für Solo-Gambe wurden glücklicherweise 2015 in einem Privathaushalt wiederentdeckt. Woher dieses Interesse? Nie zuvor hat ein Komponist – abgesehen von Bach für die Orgel – so ausführlich und gründlich über das Musizieren auf einem einzelnen Instrument nachgedacht.

Es entstanden Werke, in denen sich ein ursprünglicher, natürlicher Musizierwille Bahn brechen möchte. Abgesehen davon sind auch diese drei Sammlungen didaktisch gedacht, wandern durch den Quintenzirkel und bedienen ein Höchstmaß an musikalischer Individualität. Alle zeitgenössischen Stile, Formen und Tonarten sind zu finden und sogar auf die verschiedensten Artikulationsarten wird eingegangen.

Auf höchstem instrumentalem Niveau soll auch bei Flöte, Violine und Gambe zeitweilig eine komplexe Mehrstimmigkeit dargestellt werden. Der Spieler muss all seine Fähigkeiten aufbieten – oder eben entwickeln – um diese Werke hörbar und verstehbar zu machen.

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1737 dann konnte sich der längst berühmte Komponist einen lange gehegten Wunsch erfüllen. Eingeladen vom Flötisten Blavet, dem Geiger Guignon und dem Gambisten Forqueray reiste er nach Paris.

Seine „Pariser Quartette“ sind extra für diese Zusammenkunft entstanden. Alle Quartettsätze bekamen  zwei unterschiedliche Basso – continuo – Stimmen – eine für die Viola da Gamba und eine für das neuere, aufstrebende Violoncello. Ein weiteres, äußerst typisches Beispiel für Telemanns praktische Musiziereinstellung.

Außerdem schrieb er eine „Grand Motet“, die im damals sehr elitären Concert spirituel aufgeführt wurde – mehrmals hintereinander, um es allen Interessierten zu ermöglichen, das Werk zu bestaunen.

Telemann war der erste Ausländer, dem diese Ehre zuteil wurde.

In den folgenden Jahren komponierte Telemann vergleichsweise wenig.

Drei große Oratorien entstanden noch und das eine oder andere geistliche und weltliche Werk. Er widmete sich mit großer Hingabe der Sammlung seltener Pflanzen. Händel und Pisendel revanchieren sich mit seltenen Sämereien für zugesandte Werke. Aber auch zu berühmten Botanikern seiner Zeit nahm er Verbindung auf.

Ab 1755 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, beim Schreiben musste immer häufiger sein Enkel Georg Michael behilflich sein, weil nun auch das Augenlicht schwächer wurde. Sein Humor jedoch und seine Innovationskraft blieben ihm bis zu seinem Lebensende erhalten.

Das letzte Werk, die „Markuspassion“ komponierte er 1767. Am 25. Juni diesen Jahres verstarb Telemann im hohen Alter von 86 Jahren.

Nachfolger im Amt wurde sein Patensohn Carl Philipp Emanuel Bach.

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Telemanns ungewöhnliche Art zu komponieren ist für uns Nachgeborene nicht so einfach zu würdigen. Denn in unseren Köpfen ist ja längst Musik von Mozart, Beethoven, Verdi oder auch von modernen Filmkomponisten wie Hans Florian Zimmer angekommen. Damals aber war dieses Fabulieren mit Klängen, das gefühlbetonte „Kopfkino“ noch unbekannt. Hierin war Telemann unerreicht.

Und er bewies Zeit seines Lebens Flexibilität, er komponierte nach wechselnden Moden – für den Hausgebrauch wie für die große Bühne. Die Zahl der von ihm komponierten Werke übersteigt die von Händel und Bach zusammen.

Die Volksmusik vieler Länder floss in seine Werke ein und er schlug einen Bogen von der Musik des Barocks bzw. des empfindsamen Stils des Rokokos zur Wiener Klassik. Er schätzte ungewöhnliche Instrumentalkombinationen und verhalf v.a. dem Cembalo und dem Cello zu mehr Selbständigkeit außerhalb der Generalbassfunktion.

Diese Charaktereigenschaften und Kompositionsvorlieben fielen spätestens im 19. Jahrhundert dem „Geniekult“ zum Opfer. Denn da wurde der einsame und primär unverstandene Meister verherrlicht. Lebenslust und Publikumszuwendung hingegen wurden mit Skepsis betrachtet. Telemanns Stern sank vorerst…

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