Die Geschichte des Rattenfängers zeigt, wie eng Musik und Macht verbunden sein können. Die Flöte ist nicht nur ein Instrument der Schönheit – sie kann auch zur Metapher für Verführung und Verlust werden.
Kategorie
Literatur
Mechtilde Lichnowsky
Mechtilde Lichnowsky. In diesem Sommer habe ich eine Schriftstellerin wiederentdeckt und tauche tief hinein in ihre Welt. Denn der Zsolnay Verlag in Wien hat dankenswerterweise vor wenigen Monaten eine wunderschöne, vierbändige Werkausgabe herausgebracht und versammelt darin einige der wichtigsten Stücke von Mechtilde Lichnowsky, deren Bücher zuletzt kaum mehr greifbar waren, allenfalls noch antiquarisch.
Die Marseillaise
Die neue Komposition, bei der sowohl Text als auch Musik von Claude Joseph Rouget de Lisle stammten, wurde am 29. April 1792, also nur wenige Tage nach Fertigstellung, durch die Garde nationale öffentlich uraufgeführt.
Der Madeleine-Effekt
Der Madeleine-Effekt. Prousts berühmter Roman und das ebenso berühmte Gebäck, das unversehens zu seinem Namen kam.
Charles Dickens
Geboren wurde der viktorianische Literatur-Superstar 1812 in der Nähe von Portsmouth, verbrachte aber den größten Teil seiner Kindheit in London. Sein Vater, ein Angestellter mit höheren Ambitionen, ging mit seinem verdienten Geld zu locker um und landete im Schuldengefängnis.
Hölderlins Gedichte
Inspiriert von Friedrich Hölderlin, reflektiert der Text den Verlust von Kunst, Kultur und Menschlichkeit in der modernen Welt. Ein nachdenklicher Appell, die Schönheit und Bedeutung der Kunst neu zu entdecken.
Hans Christian Andersen
Viele der Werke Andersens scheinen keine bewussten Schöpfungen zu sein, sondern vielmehr Volksmärchen, die aus dem Dunkel der Zeit zu uns sprechen. Dabei sind Märchen wie»Das hässliche Entlein« oder »Die kleine Meerjungfrau« sublime Kunstwerke, die vor nicht einmal 200 Jahren entstanden sind.
Schnee von Gestern
Der „Schnee vom vergangenen Jahr“ (les neiges d’antan) ist ein Ausdruck, der auf François Villon mit seiner „Ballade des dames du temps jadis“ zurückgeht. Villon war ein Kleinkrimineller aus dem 15 Jahrhundert, oftmals verurteilt und einmal nur knapp der Todesstrafe entgangen. Aber er war auch Dichter meist spöttischer, zumindest aber kritischer Balladen in oft sehr derber Ausdrucksweise, der posthum zu Ruhm und Anerkennung gelangt ist.
Im Würzburger Liebesgärtlein
Diese Geschichte verdanke ich einer lieben jungen Bekannten. Gemeinsam mit ihrer Freundin besuchte sie den Grashof des Kreuzgangs im Würzburger Neustift, das sogenannte Lusamgärtlein, ein kleines, romantisch abgeschirmtes Geviert, das von den Einheimischen zärtlich das Liebesgärtlein genannt wird.
Mehr Bücher als Untertanen
Als Herzog August am 17. September 1666 starb, hinterließ er der Nachwelt eine der größten Bibliotheken Europas. Wolfenbüttel, die kleine Residenzstadt des Herzogs in der niedersächsischen Provinz, konnte es, gemessen an der Zahl der Bücher, mit Paris, London, Wien und dem Vatikan aufnehmen.
Klingsors letzter Sommer
Wenn es draußen kalt ist, wenn der eisige Wind an den Läden rüttelt und es stürmt und schneit, dann schweifen meine Gedanken unweigerlich ab und ich träume wieder vom Sommer. Ich denke an den letzten Sommer, der erst vor ein paar Wochen zu Ende ging (Ist früher die Zeit auch so schnell verflogen? Wohin enteilt bloß die Zeit, wenn wir nicht hinsehen?).
Der kleine Hobbit
»In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit.« Ich war, glaube ich, zehn, als ich den ersten Satz von Der kleine Hobbit das erste Mal gelesen habe, und war begeistert von dem Buch. Nachdem ich es fertig hatte, schlich ich in unserer Ortsbücherei, in der ich häufig zu Gast war, um die drei Bände von Der Herr der Ringe herum.
Schreibmaschine und co.
Wir leben so sehr in einer Schriftkultur, dass wir uns häufig keine Gedanken darüber machen, wie ein Text entstanden ist, technisch gesehen. Klappen wir heute unseren Laptop auf oder lassen den PC hochfahren, um ein Textverarbeitungsprogramm zu starten, so kamen im 20. Jahrhundert lange Zeit und im Wesentlichen Schreibmaschinen zum Einsatz.
Ein Apéro in der Röntgen-Bar
Auf den Spuren von Thomas Mann unterwegs nach Venedig und Davos. Schriftsteller und Hotels – das war schon immer eine Liaison der besonderen Art. Im Hotel treffen sie alle aufeinander: die glücklich Liebenden und die Gescheiterten, die Glücksritter und die Ganoven. Es ist ein Mikrokosmos menschlicher Sehnsüchte und Begierden.
Kater Murr
Eines Tages erzählte er voll Begeisterung von einem Buch, das die Welt aus der Sicht eines Katers schilderte. Und davon, wie sehr es ihn beeindruckt hatte und wie lustig es im Grunde war.
Victor Hugo – ein Denkmalschützer
Die großen Gebäude sind gleich den großen Gebirgen ein Werk der Jahrhunderte. Oft wandelt sich die Kunst, während sie noch im Entstehen sind; die Arbeit wird im Sinn der neuen Zeit friedlich weitergeführt. Die verwandelte Kunst übernimmt das Werk, wie sie es findet, überkleidet es, paßt sich ihm an, führt es nach ihren Empfindungen weiter.
»Es gibt so wunderweiße Nächte …«
Vor Weihnachten ist manchmal auch die Zeit, in der wir uns, wenn es draußen dunkel geworden ist, mit einer duftenden Tasse Tee (oder einem Glühwein) aufs Sofa oder in unseren Lieblingssessel verziehen, vielleicht das eine oder andere Kerzerl anzünden, leise Musik im Hintergrund laufen lassen – und einfach mal wieder Gedichte lesen.
Die Pickwickier
»Die Pickwickier«, Originaltitel: »The Posthumous Papers of the Pickwick Club (Containing a Faithful Record of the Perambulations, Perils, Travels, Adventures and Sporting Transactions of the Corresponding Members)« erschien ab dem 31. März 1836 bis zum November 1837 in Fortsetzungen unter dem Pseudonym »Boz«. Es ist der erste Roman des damals erst 24-Jährigen Charles Dickens .
Radetzkymarsch
Würde man fragen, welches Thema mich am meisten beschäftigt, dann wäre die Antwort: die Sprachlosigkeit. Oder, besser ausgedrückt, die scheinbare Unfähigkeit des modernen Menschen, anderen durch Sprache nahe zu kommen und mit Worten wirklich Kontakt herzustellen.
Consuelo de Saint-Exupéry
Meine Lesereise mit dem kleinen Prinzen beginnt irgendwann Ende der 60er-Jahre mit einer »Hör-Reise«: Unter den Schallplatten meiner Mutter fand ich die Hörfassung des Buches, eingelesen vom großartigen französischen Schauspieler Gérard Philippe (1922–1959). Ich hörte mir diese Schallplatte an – wie schön war doch diese Stimme .
Der weiße Tiger
Ist es wirklich so, dass wir mit den Armen fühlen? Haben wir wirklich Mitgefühl und teilen, wenigstens für Augenblicke, ihr Leid? Legt uns denn unsere Zeit nicht vielmehr nahe, sie als moralisch anrüchig zu empfinden? Im Grunde selbstverschuldet in ihr Elend gerutscht und daher mit einem Makel behaftet?
Mein Jahr in der Niemandsbucht
Peter Handke scheint wie aus der Zeit gefallen. Ein Sänger aus früheren Tagen, einsam und unverstanden, der hier sein Lied anschlägt und mit leiser Stimme singt.
Herr der Fliegen
William Golding zeigt in diesem Buch auf eindringliche Art und Weise, wie wichtig Kultur und Bildung für jede Art Gesellschaft sind. Denn auch wir leben auf einer Insel im All und sind gerade dabei, sie niederzubrennen. Wenn auch auf andere Art und Weise, als die meisten Menschen heute glauben.
Fahrenheit 451
Ein Großteil der Bücher, die sich mit der Zukunft beschäftigen, ist im besten Fall kurios. Nicht jedoch Ray Bradburrys Roman!
Unterm Birnbaum
Theodor Fontane schrieb keinen klassischen Kriminalroman, sondern er schuf ein düsteres Gemälde, in dem er zeigt, was ein Verbrechen mit den Menschen macht und wie sehr es sie verändert. Bis zum bitteren Ende. Eines der wenigen Werke der Kriminalliteratur, das ich gelesen habe und uneingeschränkt empfehlen kann.
Eine ganz gewöhnliche Ehe
Vielleicht stimmt es und Odysseus konnte wirklich nicht lieben. Vielleicht war er nur der listenreiche Held vor Troja, aber mit gelähmter Zunge dort, wo es wirklich wichtig war. Vielleicht aber war er auch einfach nur müde. Müde immer und immer wieder Beweise seiner Liebe bringen zu müssen.
Die Eleganz des Igels
Muriel Barberys wunderbar einfühlsame Geschichte rund um eine Concierge, die so ganz anders ist, als jeder glaubt. Absolut zu empfehlen!
Der Pate
Jahrhundertelang glaubten die Menschen an die Mär vom Wolf als wilder Bestie. Der unser aller Leben bedroht und der selbst in einer Welt voller Gewalt und Brutalität lebt, in der nur das Recht des Stärkeren zählt.
Viktorianische Romane
Die viktorianische Literatur, die englische Literatur des 19. Jahrhunderts, ist bei uns fast in Vergessenheit geraten. Das gilt übrigens gleichermaßen für Prosa und für Lyrik. Sehr zu Unrecht, wie ich meine. Denn in dieser spannenden Epoche mit ihren bahnbrechenden technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften entstanden völlig neue literarische Genres oder die althergebrachten entwickelten sich weiter.
Herr und Hund
Eine der schönsten Erzählungen von Thomas Mann. »Herr und Hund«, eine Geschichte über das Leben, die einen ganz unbekannten Thomas Mann zeigt.
Das Bildnis des Dorian Gray
Ist es heute nicht seltsam leicht geworden, sich hinter einer Maske zu verbergen? Durchs Leben zu laufen, ohne jemals wirklich man selbst zu sein?
Denn wichtig ist nicht mehr, wer wir sind. Wichtig scheint nur noch, wen wir darstellen.
Und so werden wir langsam zu den Masken, die wir tragen.
Ein jeder von uns.
Bis wir niemand mehr sind.
Adalbert Stifter
Adalbert Stifter (1805-1868) wächst als einfacher Bauernsohn im südböhmischen Oberplan auf, damals noch Teil der Habsburgermonarchie. Das oberflächlich idyllisch wirkende Landleben ist geprägt von Mühe und Arbeit. Keiner der Dorfbewohner hätte dem kleinen „Bertl“ eine große Zukunft vorausgesagt …
Der Steppenwolf
Warum wird Hermann Hesse oft als Autor der Jugend bezeichnet? Wo er doch viel mehr ist und uns auf allen Stufen viel Wichtiges zu sagen hat. Der Steppenwolf war das erste „richtige“ Buch, das ich in meiner Jugend las. Ich weiß noch genau, wie es mir ein Banknachbar unter dem Tisch zuschob und dabei flüsterte, dass ich diesen Band unbedingt lesen müsse, denn darin sei „die Wahrheit“.



