Klassizismus in Deutschland

 

 

von Anja Weinberger

Der Klassizismus in der Malerei ist im deutschsprachigen Raum ungefähr zwischen 1770 und 1860 einzuordnen.

Der Klassizismus entstand in Deutschland als Gegenbewegung zum Rokoko. Diese vorangegangene Epoche wurde als zu überladen, zu kleinteilig, zu verspielt empfunden. Die Maler der Zeit nahmen sich vielmehr die Kunst der römischen und griechischen Antike in ihrer harmonischen, schlichten Form zum Vorbild für die neu entstehenden Kunstwerke.

Der Forscher, Archäologe, Bibliothekar, Antiquar und Schriftsteller Johann Joachim Winkelmann spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Durch seine Italienreisen einerseits und seine recht weit verbreiteten Schriften andererseits gilt er als Begründer der Klassischen Archäologie.

Als Problem stellte sich jedoch dar, dass aus der Antike kaum mehr Bilder zu finden waren – im Gegensatz zu Skulpturen und Gebäuden. Die klassizistischen Maler mussten also ihre Vorstellung der Antike, meist ein Idealbild der damaligen Zeit, auf die Leinwand bannen.

 

 

 

Ganz anders als in der Malerei der voran gegangenen Jahrhunderte, wurde die künstlerische Szene nun spontaner, individueller und schnelllebig. Die Romantik und ihre vielen Spielarten zeichnete sich schon am Horizont der Kunstgeschichte ab.

Wichtige Vertreterinnen und Vertreter der klassizistischen Epoche sind in Deutschland z. B. Angelika Kauffmann, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Leo von Klenze, Anton Raphael Mengs, Jakob Philipp Hackert, Gottlieb Schick und an der Schwelle zur Romantik Johann Christian Reinhard.