Prinz Eugens Oase im Marchfeld

von Julia Meister

Schloss Hof: Prinz Eugens Oase im Marchfeld

Nun, da der Herbst auf leisen Sohlen heranschleicht, ist doch nichts schöner, als sich an die Erlebnisse des Sommers zu erinnern. Meine Reise ins Marchfeld und den damit verbundenen Besuch im von Prinz Eugen von Savoyen erbauten Schloss Hof verbinde ich mit strahlendem Sonnenschein, einem wunderbar kühlenden Barockschloss in feinstem Schönbrunner Gelb, sowie einem riesigen Areal mit prächtiger Tier- und Pflanzenwelt.

Eingang Schloss Hof, © Julia Meister

Pfau mit Nachwuchs im Schloss Hof, © Julia Meister

Wer Schloss Hof noch nicht kennt, dem sei geraten, an gutes Schuhwerk zu denken! Denn der Park, in dem es sich ausgiebig flanieren lässt, ist mit seinen sage und schreibe sieben Terrassen wirklich riesig. Die vielen Brunnen, von heldenhaften Figuren umgeben, erinnern an Versailles – dem Land, aus dem der Hausherr stammte, und nach dessen Mode man sich in ganz Europa richtete! Bis zu seinem Tode im Jahre 1736 arbeiteten 800 Handwerker an der Vollendung dieses Gesamtkunstwerks, das sich Prinz Eugen einiges kosten ließ. Nach Eugens Tod erbte seine Nichte das prunkvolle Anwesen; deren Ehemann wiederum brachte das Schloss im Rahmen eines mehrtätigen Festes derart zum Strahlen, dass Maria Theresia und ihr Franz Stephan die Geldbörse zückten und sich Schloss Hof kurzerhand zu eigen machten.

Der Bau wurde um eine Etage aufgestockt, und das Schloss vom damaligen Stararchitekten Anton Hillebrandt zu kaiserlichen Zwecken ein wenig umgestaltet. Nicht zuletzt fand hier schließlich die Hochzeit von Maria Theresias Lieblingstochter Marie Christine mit Albert von Sachsen-Teschen statt!

Nachdem die Zeitspanne zwischen dem 19. Jahrhundert und dem 2. Weltkrieg schwerwiegende Spuren am Barockbau hinterlassen hatte, wurde das Anwesen seit 1986 sukzessive revitalisiert und restauriert.

Themengarten im Schloss Hof, © Julia Meister

Vierhornziegen im Schloss Hof, © Julia Meister

Orangerie Schloss Hof, © Julia Meister

Was bleibt, ist ein Paradies im Herzen des Marchfelds, mit Blick auf die Slowakei, von Wien und Bratislava gleichermaßen nur einen Katzensprung entfernt. Neben einem Irrgarten und leuchtend bunt bepflanzten Blumengärten gibt es die sogenannten Themengärten, in denen duftende Kräuter erkundet, heimische und exotische Gemüse- und Obstsorten entdeckt und prachtvolle Rosenarten bewundert werden können.

Wie es sich für einen Barockherrn von Stand wie Prinz Eugen gehörte, waren und sind in den Stallungen, heute wie damals, zahlreiche Tiere untergebracht. Bei einem Rundgang, für den man unbedingt einen Tag einplanen sollte, gibt es unter anderem weiße Barockesel (oftmals samt Nachwuchs!), ungarische Zackelschafe, stolze Pfauen, rassige Vollblutpferde, niedliche Minischweine, gemütliche Trampeltiere und stark gefährdete Arten wie die Blobe Ziege zu sehen.

Bei so viel Tierischem schafft man es dann gerade so noch ins Innere des Schlosses, dessen Sonderausstellungen stets überaus sehenswert und liebevoll kuratiert sind. Nach Sonderausstellungen zu Kaiserin Elisabeth und Kronprinz Rudolf erlebte ich diesmal die Kaiserlichen Tafelschätze, bei der feinstes Porzellan und anderer Tafelschmuck aus der maria-theresianischen Zeit zur Schau gestellt wurden. Im benachbarten Schloss Niederweiden, das übrigens seit Neuestem mit dem Bus erreichbar ist, kann man sich den 2. Teil der Ausstellung ansehen und so sein Wissen zum Dienst hinter der kaiserlichen Hoftafel komplettieren.

Garten im Schloss Hof, © Julia Meister

Schloss Hof – Terrassen mit Blick Richtung Slowakei, © Julia Meister

Schloss Hof hat mein Herz für sich gewonnen und lädt mich immer wieder aufs Neue auf eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert ein. Ich kann es kaum erwarten, hier wieder auf barocken Spuren zu wandeln und mich inmitten der überall wild herumtollenden Ziesel fast wie ein Gast Prinz Eugens und Maria Theresias zu fühlen!

Bibliographie

Schloss Hof. Online: http://wwws.schlosshof.at  [31.08.2022].

„Schloss Hof.“ Online: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Hof [31.08.2022].

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