Våfflor

von Meike Dahlström

Våfflor – Waffeln – sind als Nachspeise im hohen Norden mindestens ebenso beliebt wie die weitaus bekannteren kanelsnäcka. Man sollte diese Köstlichkeit bei jedem Schwedenurlaub mindestens einmal ausprobiert haben – das feine Dessert wird hier besonders liebevoll zubereitet und serviert.

Fast schon könnte man von einem schwedischen Waffelritual sprechen, aber das ist vielleicht ein wenig übertrieben. Dennoch habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich zum ersten Mal die Vorliebe meines schwedischen Ehemannes für Waffeln entdeckte: Einfach serviert mit Puderzucker oder Vanillepudding kam nicht infrage – diese müssen dick mit Marmelade bestrichen werden, das Sahnehäubchen obenauf darf auch nicht fehlen. Gerne wird dazu auch eine Portion Vanilleeis vernascht. Und natürlich gehört auch eine Tasse schwedischer Kaffee dazu. Eine Kombination, die mir bis dahin völlig unbekannt war.

Våfflor leitet sich vom deutschen Wort »Waffel« ab und ist laut Wörterbuch der Schwedischen Akademie bereits seit dem Jahr 1664 bekannt.  Damals wurden die süßen Stückchen noch in quadratischer Form mithilfe eines Waffeleisens über glühenden Kohlen gebacken.  Mit Erfindung der gusseisernen Küchenherde Ende des 19. Jahrhunderts war es praktischer, runde Waffeleisen zu verwenden, die genau in das Ofenloch passten. Nach dem Backen wurden die Waffeln in dreieckige Stückchen geteilt.  Heutzutage ist zumindest in Schweden die Herzform beliebter; das Waffeleisen bleibt aber weiterhin unverzichtbar (wenn auch in elektrischer Form).

Våfflor, © irina-k-ch

Um die Jahrhundertwende kamen außerdem kleine »Waffelstübchen« auf, wo man frisch zubereite Waffeln kaufen und verzehren konnte. Besonders beliebt waren diese Stuben entlang Spazierpromenaden; Hauptzielgruppe waren Sonntagsausflügler. Aus dieser Zeit stammt auch der Brauch, die Waffeln mit Schlagsahne und Marmelade zu genießen.  Bis heute gibt es noch einige dieser Cafés in Schweden; oftmals liebevoll eingerichtet und mit antikem Dekor ausgestattet.

Die schwedischen Waffeln sind flach und ähneln in ihrer Textur unseren Pfannkuchen, da keine Hefe und kein bis sehr wenig Backpulver zugesetzt wird. Unterschieden wird zwischen Eierwaffeln und knusprigen Waffeln.

Am 25. März wird in Schweden übrigens der Waffeltag gefeiert: das Datum liegt nahe am Frühlingsbeginn und ist ein wichtiger Tag für die Landwirtschaft, denn es markiert den Beginn der Anbausaison und stand früher für eine erhöhte Verfügbarkeit von Milch und Eiern; beides unverzichtbare Grundzutaten für die erfolgreiche Waffelbäckerei.

Das neue Buch von Meike Dahlström – die Schwedische Küche: Kulturgeschichten und Rezepte.

 

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Rezept:

(Zutaten für 10-12 Portionen)

Zubehör: Waffeleisen

 Teig:

300 g Weizenmehl (Typ 405)   •   1 Prise Salz   •   200 ml Mineralwasser   •   300 ml Sahne   •   2 EL Butter oder Margarine

Beilagen:

Marmelade   •   frische Beeren   •   geschlagene Sahne   •   Eiscreme   •   Streuzucker

 

Zubereitung:

Mehl, Salz und Wasser gut vermischen. Sahne aufschlagen, dem Teiggemisch zugeben und schmelzen lassen. Das Waffeleisen aufheizen. Gut einfetten und ca. 75 ml Teig auf dem Waffeleisen verteilen. Die Waffeln backen bis sie hellgelb sind. Einzeln auf einem Rost ablegen, damit sie ihre Knusprigkeit nicht verlieren. So frisch wie möglich servieren.

 

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