Wer kennt Theobald Böhm?

von Anja Weinberger

Diese Frage ist ganz leicht zu beantworten:  vor allem wir Flötisten kennen Theobald Böhm. Er war ein genialer Musiker und gilt bis heute als einer der größten Erfinder in der Geschichte des Musikinstrumentenbaus. Aber eben hauptsächlich um Holzblasinstrumente ging es ihm dabei, und da wiederrum zum Großteil um Flöten.  Deshalb also vor allem wir Flötisten… 

Jedoch hat er auch auf einige Dinge im allgemeineren musikalisch-künstlerischen Bereich Einfluss genommen, ein erfülltes und aufregendes Leben geführt, so dass es möglicherweise interessant sein könnte, ihn besser kennenzulernen. Möglicherweise wird das ein etwas speziellerer Artikel, aber wer weiß – interessant könnte er werden, oder?

Zu Beginn nun ein kleiner Ausschnitt aus „Die Flöte und das Flötenspiel“, 1871 vom über 70jährigen Böhm selbst verfasst: „Es sind nun über 60 Jahre verflossen, seit ich auf meiner ersten, selbst verfertigten Flöte zu spielen begann. Ich war damals ein tüchtiger Goldarbeiter und auch in mechanischer Arbeit wohl geübt. Es gelang mir daher bald, einige wesentliche Verbesserungen an … meiner Flöte zu machen; allein alle meine Bemühungen, Gleichheit der Töne und Reinheit der Stimmung herzustellen, waren erfolglos, so lange die Spannweite der Finger zur Einbohrung der Tonlöcher massgebend blieb. … Eine Reform der Flöte konnte ich jedoch nicht vornehmen, ohne meine, durch zwanzigjährige Übung erlangten Fertigkeiten im Spiele zum Opfer zu bringen. Da mir aber trotz allen meinen Erfolgen als Künstler stets die Mängel meiner Instrumente fühlbar blieben, entschloss ich mich endlich 1832 meine Ringklappenflöte zu construieren, auf welcher ich schon im folgenden Jahre in London und Paris spielte, wo ihre Vorzüge sogleich von den ersten Künstlern und der Academie des Sciences anerkannt wurden.“

In diesen wenigen Zeilen ist eigentlich alles enthalten. Böhm wurde ja in die schon mit Quantz (1697 – 1773) beginnende Flöten-Euphorie hineingeboren. Das „neue“ Instrument QUERFLÖTE, das quasi den Kampf um das Interesse der Musiker mit den damals weitverbreiteten Holzblasinstrumenten Oboe und Blockflöte aufnehmen musste, war jedoch in seiner technischen Entwicklung noch kaum aus den Kinderschuhen herausgekommen. Man hatte einige Fortschritte gemacht im Flötenbau, aber war nach wie vor weit entfernt von einer wirklich zufriedenstellenden Lösung. Da kam Böhm gerade recht! Er war ein äußerst exakter Handwerker, ein Tüftler, ein klarer Denker und zusätzlich noch ein hervorragender Musiker und eifriger Komponist. Also ein wahres Glück für uns Flötisten, dass dieser Mann nicht losgelassen wurde vom „Problem Querflöte“. Aber lesen Sie selbst!

Theobald Böhm wurde am 9.April 1794 in München als ältestes von 11 Geschwistern geboren und verbrachte beinahe sein ganzes Leben im  Geburtshaus am Altheimereck 15. Das ist mitten in München, ganz zentral, nicht weit entfernt von St. Michael, der Asamkirche, dem Isartor, der Residenz und dem Theater. Er selbst schrieb seinen Namen später immer „Boehm“, auch auf den von ihm gebauten Instrumenten, da seine vielen ausländischen Kunden und Kollegen mit dem deutschen Umlaut „ö“ nichts anfangen konnten.

Karl Friedrich Böhm, der Vater, war Goldschmied und so trat der Junge mit 13 Jahren in die Werkstatt der Familie ein. Sehr schnell wurde auch aus ihm ein hervorragender Goldschmied und Juwelier, bald mauserte er sich zum tüchtigsten Mitarbeiter des Unternehmens. Seine meist nach eigenen Entwürfen erstellten Arbeiten waren „vorzüglich gravirt, ziselirt und emaillirt und erhielten stäts allgemeinen Beifall“ (nach einer zeitgenössischen Quelle). Seine Geschicklichkeit war weithin bekannt, woraufhin er sogar mit den Silberarbeiten an den Skeletten der Münchner Anatomie betraut wurde.

Schon als jüngeres Kind hatte er Interesse an Musik gezeigt und das damals beliebte Flageolett gespielt – ein frühes Holzblasinstrument aus der Gruppe der Schnabelflöten und recht nahe verwandt mit der Blockflöte. Ab 1810, also mit 16 Jahren recht spät, nahm Theobald dann Querflötenunterricht bei Johann Nepomuk Kapeller, der seit 1798 1.Flötist in der Münchner Hofkapelle war und im selben Hause wohnte  wie die Familie Böhm. Nach nur zwei Jahren entließ der Lehrer seinen wohl sehr begabten Schüler aus dem Unterricht mit der Begründung, ihm nichts mehr beibringen zu können. Schon in dieser Zeit begann das Getüftle, er versuchte die Instrumente des Lehrers zu verbessern, baute bald selbst welche. Die wohl erstaunlichste Erfindung aus dieser frühen Zeit war ein auf dem Instrument verschiebbares goldenes Mundloch. Nur ein neugieriger und unkonventionell denkender Kopf kann auf eine solche Idee kommen. Kaum zu glauben! Kapeller empfahl ihn dann an das neu errichtete königliche Isartortheater, damals unter dem noch jungen Peter von Lindpaintner, an dem hauptsächlich musikalische Possen gespielt wurden.  König Max I. wünschte sich immer wieder Flötensoli des gerade einmal 18jährigen Flötisten. Tagsüber arbeitete Böhm weiter im väterlichen Geschäft und auch zum Instrumentenbau hatte er nach wie vor Zeit und Lust – noch war ja auch nicht abzusehen, wo das alles einmal hinführen wird.

Hier nun ein erstes kleines Intermezzo für die technisch Interessierten: Die Querflöte war ja ursprünglich ein  hölzernes Rohr ohne Klappen mit einem ovalen Anblasloch im oberen Drittel und mit Löchern für die Finger beider Hände. Eine erste Klappe für den kleinen Finger der äußeren Hand wurde vermutlich zwischen 1660 und 1670 in Frankreich von Hotteterre angebracht. Schon das erhöhte die Spielbarkeit enorm. Quantz – Flötist, Komponist und v.a. bekannt als Lehrer Friedrichs des Großen – hat dann bis zu seinem Tod im Jahre 1773 die zweite Klappe an die ursprünglich einklappige Holzquerflöte montiert und damit ein erstes großes Problem intonationstechnischer Natur zu verbessern versucht.

Jene königliche Hofkapelle war 1778 mit der Mannheimer Hofkapelle vereinigt worden und zählte zu den besten Orchestern der damaligen musikalischen Welt. Die „Mannheimer Schule“ legte ja die Basis für das, was man heute unter einem Orchester versteht. Und durch die Übersiedlung des Mannheimer Hofes rund um Kurfürst Karl Theodor verlagerte sich deren Schwerpunkt eben nach München.  Böhm konnte also am Puls der Zeit das aktuelle Repertoire kennenlernen und reisende Virtuosen wie Louis Spohr oder Franz Liszt erleben.

 

1820 war dann ein wichtiges Jahr für ihn. Schon vor einiger Zeit hatte er begonnen Kompositionsunterricht zu nehmen und legte nun sein Opus 1 vor – ein Flötenkonzert, Anton Bernhard Fürstenau gewidmet, dem damals führenden Virtuosen auf der Flöte. Und: im Oktober heiratete er Anna Rohrleitner, mit der er eine große Familie gründen wird.

Von da an begann sein Stern als Flötist zu steigen. Er gastierte 6 Jahre lang in Leipzig, Dresden, Berlin, Wien, Zürich, London, Prag und Straßburg, reiste nach Italien und in die Schweiz. Schnell wurde er zu einem der bekanntesten und überzeugendsten Virtuosen Deutschlands. Er musizierte in den gleichen Konzerten wie Paganini und die legendäre Koloratursopranistin Angelica Catalani. Auf seinen Reisen lernte er dann auch englische Flötisten und Flötenbauer kennen, die ebenfalls nicht nur am Rande über die Verbesserung des Instrumentes nachdachten – England war damals schon ein besonders flötenbegeistertes Land. V.a. der kräftigere Ton der Insulaner ließ Böhm von nun an auch über die Bohrung des Rohres nachdenken. Aber auch die vielen Probleme beim Greifen einzelner Tonkombinationen ließen ihn nicht mehr los. 

Das führt uns also zum zweiten Intermezzo: die Löcher der Flöte wurden ja direkt mit den Fingerkuppen geschlossen. Daraus entsteht natürlich eine Abhängigkeit der Lage und Größe der Löcher von der Größe der menschlichen Hand. Diese Lage entspricht aber nicht unbedingt der akustisch richtigen Position. Kurz gesagt ist das Problem der Flötisten ja folgendes: Erstens sollen mit neun Fingern (ein Daumen stützt das Instrument und kann somit nicht verwendet werde) möglichst 12 Tonlöcher der Reihenfolge nach geöffnet oder geschlossen  werden, um eine Oktave zu füllen (zur Erklärung für die nicht so musiktheoretisch versierten Leser: eine Oktave besteht aus 12 Halbtonschritten, d.h. innerhalb der Oktave muss der Musiker 12mal die Länge der schwingenden Luftsäule ein kleines Stückchen verlängern oder verkürzen können, indem er eine Klappe oder ein Loch öffnet oder eben schließt). Und zweitens sind diese Tonlöcher für die Spannweite der Finger mancherorts zu weit auseinander. Dieses Problem konnte in einem ersten Schritt verkleinert werden, in dem über Hebelverbindungen weite Wege überbrückt wurden, Klappen und nicht Fingerkuppen alleine die Löcher schließen und/oder ein Finger mehrere Aufgaben übernimmt.

1828 eröffnete Theobald Böhm dann also seine eigene Flötenbauwerkstatt, nachdem ihn die Qualität der Instrumente anderer Flötenbauer einfach nicht zufriedenstellen konnte. Zunächst konzentrierte er sich auf technische Aspekte, weniger auf klangliche. Er ersetzte bei der Lagerung der unterdessen acht bis neun Klappen Holzböckchen durch Metallsäulchen und übernahm die englische Idee, am Kopf einen Stimmzug anzusetzen. Dafür konnte er dann auf mehrere unterschiedlich lange Mittelteile für verschiedene Stimmungen verzichten, wie das bei den Flöten von z. B. Quantz üblich war. Seine Instrumente fielen durch ungewöhnlich sorgfältige handwerkliche Verarbeitung der Materialien Holz, Elfenbein und Messing auf. Ihre Eleganz und Genauigkeit wurden von Zeitgenossen mit astronomischen Geräten verglichen. Hauptsächlich in Frankreich und England fanden die böhmschen Flöten begeisterte Abnehmer. V. a. war das so wegen ihrer außerordentlichen Präzision, aber auch wegen der viel besseren Spielbarkeit. Boehm (wie er sich seit diesen Tagen schrieb) fehlte aber noch immer der kräftige Klang, den er bei seinen englischen Kollegen so bewundert hatte.

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Vielleicht war nun also ein bisschen Abstand nötig, vielleicht ärgerte er sich über die geringe Resonanz im eigenen Land, oder aber er wollte noch tiefer in die Industrialisierung und Technisierung eintauchen, die die damalige Welt ja ziemlich in Atem hielt.  Wie auch immer, er trennte sich 1839 von seiner Werkstatt und übergab sie einem Kollegen.

Wie auch schon in den Jahren zuvor hat man zu Böhms Zeiten gerne bekannte Melodien   bearbeitet oder variiert. Hier das ursprüngliche Lied zum oben gehörten Variationswerk:

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Gemeinsam mit dem Freund und Physiker Carl Erich von Schafhäutl entwickelte er dann in der Folgezeit ein patentiertes Verfahren zur reineren Verhüttung von Eisenerz. Er entdeckte eine Möglichkeit zur Weiterverwendung der bei der Verhüttung entstehenden Gase, erfand ein mit einer Landkarte verbundenes Fernrohr zur Brandbekämpfung und noch manches mehr. Unglücklicherweise schädigte er bei einem der vielen Versuchsanordnungen dauerhaft sein Augenlicht. Aber trotz allem beschäftigte ihn auch weiterhin die Frage, wie die Flöte zu einem voluminöseren Klang kommen könnte. Und hier war nun äußerst nützlich, dass der Physiker Schafhäutl ihn in die Grundsätze der Akustik einweisen konnte.

Das bringt uns zum dritten kleinen Exkurs: die Bohrung (das ist das Innere des Flötenrohres) der frühen Instrumente war konisch. Alle Blasinstrumente (Schalmei usw.) wurden am dünneren Ende angeblasen, die Flöte über Jahrhunderte hinweg am dickeren Ende, vermutlich einfach, weil das irgendwann aus welchen Gründen auch immer so begonnen wurde. Zitat Böhm: “Ich habe nie recht begreifen können, warum … nur die Flöte an ihrem dicken Ende angeblasen werden soll, da doch (die)… mit zunehmender Tonhöhe immer kürzer werdenden Luftsäulenabschnitte zugleich auch verhältnismäßig dünner werden (sollten).“ Genau! Betrachtet man den Prospekt einer Orgel, ist ja auch sofort zu erkennen, dass die längeren Orgelpfeifen dicker, die kürzeren dünner gearbeitet sind.

Dieses klangliche Problem ließ ihn nicht los. Und ab 1844 widmete er sich also wieder in seiner eigenen Werkstatt mit einem neuen Partner dem Flötenbau. 1846 war es dann soweit. Zum ersten Mal wird ein zylindrisches Metallrohr statt des umgekehrt konischen Holzrohres versuchsweise als Flötenkorpus verwendet. Gar nicht so einfach, denn man musste Kamine auflöten, um die Löcher von Klappen schließen lassen zu können. Holz ist da in der Bearbeitung wesentlich einfacher zu handhaben. Gleich die ersten Töne überzeugten und so trat also die heutige meist silberne Querflöte, die ja auch Böhm-Flöte heißt, ihren Siegeszug an.

Das war sie also, die Revolution im Instrumentenbau. Erstmalig wurde der Bau eines Instrumentes alleine auf physikalische Grundlagen gestellt, erstmalig ein Silberrohr verwendet, um ein Holzblasinstrument zu bauen. Eigentlich hatte der erfahrene Goldschmied Böhm nur der relevanteren Messdaten wegen Metallröhren benützt, war von den klanglichen Ergebnissen selbst mehr als überrascht.

Und hier der letzte Exkurs:  Ist die Böhmflöte jetzt überhaupt noch ein Holzblasinstrument? Sollte sie denn nun nicht zu den Blechblasinstrumenten gezählt werden? Nein…

Denn man hat sich darauf geeinigt, die Blasinstrumente nach ihrer Tonerzeugung zu gruppieren. Bei den sog. HOLZBLASINSTRUMENTEN wird der Ton durch eine Anblaskante oder ein Rohrblatt erzeugt. Holzblasinstrumente sind demnach alle Flöten, Oboen, Klarinetten, auch Saxophone und Fagotte. BLECHBLASINSTRUMENTE benötigen zur Tonerzeugung ein Trichtermundstück, mithilfe dessen die Lippen des Spielers den charakteristischen Ton erzeugen. Zu ihnen gehören Trompeten, Posaunen, Hörner, Tuben, aber auch der Zink – ein hölzernes Instrument. Hört man sich den Klang aller Instrumente an, dann wird man feststellen, dass die Gruppierung so sinnvoll ist.

1848 musste Boehm als Flötist der Königlich Bayerischen Hofkapelle vorzeitig pensioniert werden, da sein geschädigtes Augenlicht das viele Notenlesen unmöglich machte. Er unterrichtete wieder voller Hingabe – man spricht von 100 Schülern –   und trat als Solist auf.

Und wieder das Gleiche: in Paris und London werden er und das neue Instrument begeistert angenommen. Berlioz erklärte, nachdem Boehm sein Instrument gebaut hatte, wären alle älteren Querflöten nur mehr für den Jahrmarkt zu gebrauchen. 1855 erhielt Boehm auf der Weltausstellung in Paris die erste von mehreren Goldenen Medaillen. Unterdessen hatte er die Mechanik komplett neu durchdacht und durch physikalische Berechnungen eine wesentlich präzisere Intonation erreicht. In der Folgezeit baute er viele solcher Instrumente, „erfand“ wie nebenbei die Altflöte. Heute existieren noch ca. 300 Flöten von Boehm und seiner Werkstatt. Ungefähr die Hälfte kann in Museen auf der ganzen Welt bestaunt werden.

Unbedingt muss hier der Flötist Konrad Hünteler zitiert werden: Die Flöte der 1810er Jahre – also vor Boehm – war wie „ein alte(s) Haus, das im Laufe langer Zeit durch zahlreiche Anbauten, Erker…  und Mansarden so unübersichtlich geworden war, dass sich niemand mehr in der komplizierten Anordnung der Flure … und Treppenhäuser zurechtfinden konnte.“  Die Scheu vor einer völligen Veränderung des Griffsystems, bei dem die Fingertechnik ja völlig neu erlernt werden muss, hat scheinbar immer überwogen. Niemand vor Theobald Boehm traute sich, daran grundlegend zu rühren und eine völlig neue Flöte zu erfinden.

 

Die Liste seiner Kompositionen umfasst nur 37 Werke mit Opuszahl und 54 Bearbeitungen ohne Opus, viele davon für die Altflöte. Es existieren euphorische Konzertberichte und seine Kompositionen wurden in großer Anzahl auch in Frankreich, Großbritannien und den USA gedruckt. Wie schade, dass die von Boehm selbst so geliebte Altflöte den Weg in die Literatur und die Konzertsäle nur in recht geringem Maße gefunden hat.

 

1860 übergab er ein zweites Mal seine Werkstatt und zog sich langsam aus dem Arbeitsleben zurück. Er erledigte weiterhin die Korrespondenz und auch die Endkontrolle. Außerdem dachte er unermüdlich  über mögliche Optimierungen nach und spielte täglich auf seinem Instrument, am liebsten wie gesagt auf der Altflöte. Er fühlte sich sehr wohl im Kreise seiner großen Familie und hatte ein gutes Verhältnis zu den sieben Söhnen und der Tochter.

1881 starb Theobald Boehm im Alter von 87 Jahren in seinem Elternhaus.

Unterdessen hat sich natürlich auch die deutschsprachige Flötenwelt von Böhms genialer Neuerfindung der Querflöte überzeugen lassen. In Orchestern der ganzen Welt  wird heutzutage nur noch die Böhmflöte gespielt. In den Folgejahren wurde seine Mechanik auch auf die Klarinette übertragen. Und diese Klarinette mit Böhmsystem wird ebenfalls auf der ganzen Welt gespielt, nur nicht – bestimmt erraten Sie es – in Deutschland.

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Die Flötenwelt dreht sich natürlich weiter. In diesem Filmchen kann man die wichtigsten Orchesterinstrumente der Flötenfamilie sehen und hören. 

Am Ende des 19.Jahrhunderts wurde die Böhmmechanik auch auf den Schwegelpfeifen mit 6 Löchern angebracht, die gemeinsam mit der kleinen Trommel bis zu dieser Zeit den typischen Klang der Infanterie ausgemacht hatten. Das höchste aller Orchesterinstrumente ist somit entstanden – die Piccoloflöte oder kurz – das Piccolo.

Ein seltsamer Fall ist die Bassflöte. Seltsam deshalb, weil sie eigentlich Tenorflöte heißen müsste, wenn man sich streng an ihrer Lage orientiert. Sie ist nämlich genau eine Oktave tiefer, als die „normale“ Flöte in C.

Und selbstverständlich gibt es auch noch tiefere Instrumente, z.B. Die Kontrabassflöte in C.

Für einige mag es erstaunlich sein, dass viele moderne Flötisten wieder gerne auf Holzflöten zurückgreifen, die von einigen bekannten Flötenbauern angeboten werden – selbstverständlich mit Böhmmechanik.

Verwendete Literatur:

Adorjan, Andras (Hrsg.) u.a.: Lexikon der Flöte, Laaber 2009
Boehm, Theobald: Die Flöte und das Flötenspiel, Frankfurt/Main 1980 (Reprint)

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